Hotspot der Medizintechnik auch in Bielefeld

Kaltes Plasma wird zur Behandlung chronischer Wunden und infektiöser Hauterkrankungen eingesetzt. Es dient der Abtötung von Bakterien, Viren, Pilzen und anderen Mikroorganismen. Außerdem ist es auch wirksam gegen multiresistente Bakterien wie MRSA oder Staphylokokken. Plasmamediziner vermuten dabei, dass die Radikale an den Zellwänden der Mikroorganismen angreifen und deren Stoffwechsel auf enzymatischer Ebene ein Ende setzen.

Die Hauptthemen der Plasmamedizin sind:

  • Wundheilung
  • Dekontamination
  • Sterilisation

 

Kaltes Plasma – was ist das?

Zunächst einmal ist es nicht zu verwechseln mit Blutplasma, sondern Plasma ist Gas in einem energetisch angeregten Zustand. Dieses Gas bekommt nur so viel Energie, dass sich die Elektronen selbstständig machen und hohe Temperaturen erreichen. Allerdings schwingt dabei das ionisierte Atom bzw. Molekül nicht mit. Daraus entsteht kaltes Plasma.

 

Studien und Ergebnisse

Die größte Studie auf diesem Gebiet führte die Klinik für Dermatologie in Schwabing durch. Dabei wurden Patienten 100 Behandlungen à 2 min. unterzogen. Mit dem Ergebnis einer 30 – 40 % Keimreduktion chronischer Wunden. Es wurde festgestellt, dass die Anwendung von kaltem Plasma sicher und verträglich für die Probanden war und es zudem einen positiven Einfluss auf die Wundheilung hat.

Auch Studien in Göttingen und Berlin konnten Erfolge verbuchen. Dabei wurden ca. 20 Patienten über einen Zeitraum von 12 Wochen, 3mal wöchentlich à 45 Sekunden behandelt. Es war eine deutliche Keimreduktion und ein schnellerer Heilungsprozess der chronischen Wunden zu verbuchen.

Innerhalb der Studien wurde mit einem sogenannten Plasma-Pen gearbeitet. Dieser ist ein zugelassenes medizinisches Plasmagerät, welches in Greifswald an dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) entwickelt wurde. Dieser Plasma-Pen verursacht kleine elektrische Entladungen. In der Luft bildet sich so in einer Kette chemischer Reaktionen auch die Sauerstoffverbindung Ozon. Davon ist auf der Haut lediglich nur ein warmer Lufthauch zu spüren.